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Karenz im Lebenslauf angeben

Eine Karenz sollte im Lebenslauf beim beruflichen Werdegang angegeben werden. Es ist jedoch keine Pflicht. Grundsätzlich ist die Art der Angabe abhängig davon, ob Sie sich in einem aktuellen Beschäftigungsverhältnis befinden oder nicht. Doch wie positionieren Sie die Karenz am besten im Lebenslauf und auch im Bewerbungsschreiben beim Wiedereinstieg nach dieser beruflichen Unterbrechung? In diesem Artikel geben wir Ihnen wertvolle Tipps, beleuchten gängige Vorurteile und zeigen, wie die Karenz als Bereicherung im Bewerbungsprozess wahrgenommen werden kann.

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Beispiel für die Angabe der Karenz im Lebenslauf

Marcel Zwonarz - Bewerbungsexperte

Über den Autor

Seit mehr als 10 Jahren bin ich Teil des Teams von „Die Bewerbungsschreiber“. In dieser Zeit durfte ich einige tausend Menschen aller Karrierelevel auf ihrem Weg zum Traumjob unterstützen. Als Teamleiter stelle ich zudem sicher, dass aktuelle Trends und Entwicklungen rund um das Thema Bewerbung für Sie umgesetzt und unsere hohen Qualitätsstandards eingehalten werden. Gerne unterstütze ich auch Sie bei Ihrem Bewerbungsvorhaben!

Marcel Zwonarz - Bewerbungsexperte

Definition - Was ist Karenz?

Die Karenz ist ein rechtlich verankerter Zeitraum, in dem Arbeitnehmerinnen und Dienstnehmer von ihrer beruflichen Tätigkeit pausieren können, um sich der Erziehung ihres Kindes zu widmen. Die gesetzliche Grundlage für die Karenz in Österreich bildet das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Demnach besteht für Eltern der Anspruch auf Karenz, wenn das österreichische Arbeitsrecht die Grundlage für den Dienstvertrag darstellt.


Mütter und Väter haben nach der Geburt ihres Kindes das Recht, Karenz zu beanspruchen, wobei beide Elternteile – einzeln oder gemeinsam – dieses Recht in Anspruch nehmen können. Der Anspruch auf Karenz besteht bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Insgesamt können bis zu 36 Monate Karenz pro Kind genommen werden, wobei ein Teil (bis zu 24 Monate) auch zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes beansprucht werden kann. Es ist möglich, die Karenz auf mehrere Abschnitte zu verteilen, allerdings bedarf dies der Zustimmung des Arbeitgebers.


In der Zeit, in der sich die Eltern des Kindes in Karenz befinden, erhalten sie Elterngeld in Höhe von 67 % des Einkommens aus den Erwerbstätigkeiten vor der Geburt des Kindes. Dabei wird bis zu einem Höchstbetrag von 1800 € monatlich für volle Lebensmonate gezahlt, in denen die Person mit Anspruch auf Elterngeld kein Einkommen aus Erwerbstätigkeiten hat.

Tipps zur Darstellung der Karenz im Lebenslauf

Die Karenz korrekt und vorteilhaft im Lebenslauf zu präsentieren, kann einen positiven Eindruck hinterlassen. Durch die richtige Darstellung und Positionierung der Karenz können Sie mögliche Vorbehalte von Arbeitgebern ausräumen und zeigen, dass Sie diese Phase als wertvollen Teil Ihrer Lebens- und Berufserfahrung betrachten.


Hier sind einige Tipps, wie Sie die Karenz effektiv darstellen können:

  • Klare Struktur: Führen Sie die Karenz im antichronologischen Verlauf Ihres Werdegangs auf, damit es keine Lücken gibt. Dies zeigt, dass Sie nichts zu verbergen haben und stolz auf diese Phase Ihres Lebens sind.

  • Kurz und prägnant: Eine einfache Erwähnung wie „Karenz“ mit den entsprechenden Daten reicht aus.

  • Einordnung: Integrieren Sie die Karenz im Abschnitt „Berufserfahrung“ oder als eigene Kategorie „Familienphase“, je nachdem, wie Sie Ihren Lebenslauf strukturieren.

  • Positives Selbstbewusstsein: Zeigen Sie Selbstvertrauen in Ihrer Entscheidung, die Karenz genommen zu haben. Die Art und Weise, wie Sie diese Zeitperiode präsentieren, kann den Arbeitgeber beeinflussen, sie in einem positiven Licht zu sehen.

  • Fähigkeiten hervorheben: Wenn Sie während der Karenz Kurse besucht, an Weiterbildungen oder Fortbildungen teilgenommen, freiberuflich gearbeitet oder sich ehrenamtlich engagiert haben, führen Sie dies ebenfalls auf, um zu zeigen, dass Sie weiterhin engagiert und im Thema blieben und sich eventuell sogar zusätzliche Fähigkeiten angeeignet haben.

  • Konsistente Formatierung: Achten Sie darauf, dass die Formatierung der Elternzeit-Daten derjenigen des restlichen Lebenslaufs entspricht, um Einheitlichkeit und Professionalität zu gewährleisten.

Um Ihnen eine Hilfestellung bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs zu geben, haben unsere Bewerbungsexpert*innen Ihnen ein professionelles Muster im Microsoft Word Format (.docx) erstellt. Diese Vorlage enthält wertvolle Tipps, wie Sie mit Ihrem Lebenslauf überzeugen können und ist jederzeit für Ihre individuelle Bewerbung anpassbar. Zusätzlich ist die Bewerbungsvorlage für Ihren Lebenslauf so formatiert, dass sie von sogenannten CV-Parsern maschinell ausgelesen werden kann.

Beispiele für die Darstellung der Karenz im Lebenslauf

Bei der Darstellung der Karenz im Lebenslauf kommt bei vielen Kandidat*innen Unsicherheit auf: Wo soll ich die Karenz im Lebenslauf angeben? Grundsätzlich gibt es keine fest vorgeschriebene Rubrik, in der Sie Ihre Karenz angeben. In den meisten Fällen ist es jedoch sinnvoll, die Karenz in die tabellarische Auflistung Ihrer Berufserfahrung aufzunehmen. Dadurch sorgen Sie für Übersichtlichkeit und helfen Personalverantwortlichen dabei, sich schnell einen Überblick über Ihren Werdegang zu verschaffen.


Wenn Sie die Karenz in Ihrem Lebenslauf angeben, sollten Sie folgende Informationen mitaufnehmen: 

  • Wann und wie lange dauerte die Karenz?

  • Befanden Sie sich in einem Anstellungsverhältnis?

  • Haben Sie sich während der Karenz beruflich weitergebildet?

  • Haben Sie Ihr bestehendes Beschäftigungsverhältnis während der Karenz in Teilzeit fortgeführt?

Mit bestehendem Beschäftigungsverhältnis

Befanden Sie sich während Ihrer Karenz in einem Arbeitsverhältnis, listen Sie die Karenz unterhalb der Tätigkeitsbeschreibungen der jeweiligen Position auf. Sollten Sie währenddessen weiterhin in Teilzeit dort gearbeitet haben, sollten Sie dies an dieser Stelle ebenfalls erwähnen.

Karenz im Lebenslauf mit Anstellungsverhältnis

Ohne bestehendes Beschäftigungsverhältnis

Befanden Sie sich zum Zeitpunkt der Karenz nicht in einem Beschäftigungsverhältnis, listen Sie Ihre Karenz als einen eigenen Punkt auf. Dadurch sorgen Sie dennoch für eine lückenlose Auflistung Ihres Werdegangs und lassen keinen Interpretationsspielraum. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Karenz als eigenen Punkt im Rahmen Ihrer beruflichen Laufbahn aufzulisten oder eine eigene Kategorie, beispielsweise bezeichnet als „Familienphase“ anzulegen.


Sie listen Ihre Karenz genauso auf wie eine berufliche Position. Links geben Sie den Zeitraum und rechts die Bezeichnung „Karenz“ an. Haben Sie währenddessen Weiterbildungen oder Seminare absolviert, um wertvolle Kenntnisse zu erlangen oder zu festigen, erwähnen Sie dies ebenfalls. Dazu können Sie ebenso wie bei einer beruflichen Station Ihre absolvierten Kurse und erlangten Kompetenzen wie kurze Tätigkeitsbeschreibungen der Karenz angeben. 

Karenz im Lebenslauf ohne Anstellungsverhältnis

Vorteile der Angabe der Karenz im Lebenslauf

Die korrekte Angabe der Karenz im Lebenslauf ist aus verschiedenen Gründen wichtig. Erstens dient sie der Transparenz. Personalverantwortliche schätzen es, wenn Kandidat*innen bei der Jobsuche offene und klare Angaben zu ihrer Berufslaufbahn machen. Lücken im Lebenslauf können Fragen aufwerfen und den Bewerbungsprozess verlangsamen. Durch die Angabe der Karenz signalisieren Sie Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.


Darüber hinaus kann die Karenz positiv interpretiert werden, da sie oft mit der Entwicklung von Soft Skills, wie Organisationstalent, Stressresistenz, Belastbarkeit oder auch Teamfähigkeit einhergeht – Qualitäten, die in vielen Berufen gefragt sind. Außerdem hilft die Angabe der Karenz dabei, mögliche Vorurteile oder Annahmen im Vorfeld zu klären. Wenn der Lebenslauf beispielsweise eine Lücke über mehrere Jahre ohne Erklärung aufweist, könnte dies zu Spekulationen führen, die Ihrem professionellen Profil nicht gerecht werden.

Unterschiedliche Sichtweisen von Arbeitgebern

Die Karenz im Lebenslauf wird von Arbeitgebern unterschiedlich interpretiert, je nach Unternehmenskultur, Branche und persönlichen Erfahrungen. Es ist wichtig zu betonen, dass die Ansichten variieren und viele moderne Unternehmen die Vorteile und Fähigkeiten erkennen, die Eltern in die Belegschaft einbringen können. 


Grundsätzlich kann es jedoch nicht schaden, sich mit den unterschiedlichen potenziellen Sichtweisen auseinanderzusetzen, um sich auf mögliche kritische Rückfragen im Aufnahmegespräch vorzubereiten. Sie können Pluspunkte sammeln, wenn Sie bereits im Bewerbungsgesprächs versichern, dass eine Betreuung des Kindes bzw. der Kinder während der Arbeitszeit gewährleistet ist, um mögliche Zweifel der Personalverantwortlichen zu entkräften.


Hier sind einige gängige Perspektiven:

  • Positiv und wertschätzend: Einige Arbeitgeber sehen die Karenz als Zeichen von Verantwortung und Reife. Sie erkennen die Fähigkeiten an, die während dieser Zeit entwickelt werden können, wie Organisation, Multitasking und Geduld. Die Tatsache, dass jemand in der Lage ist, Karriere und Familie zu priorisieren, kann als Zeichen von Gleichgewicht und emotionaler Intelligenz gewertet werden.

  • Neutral: Viele Arbeitgeber betrachten die Karenz als persönliche Entscheidung und werten sie weder positiv noch negativ. Für sie ist es einfach ein weiterer Aspekt im Lebenslauf, ähnlich wie jede andere berufliche Auszeit oder Sabbatical.

  • Besorgt wegen möglicher Abwesenheiten: Einige Arbeitgeber könnten Bedenken haben, ob ein Elternteil, der gerade aus der Karenz zurückkehrt, regelmäßig abwesend sein könnte, z.B. aufgrund von kinderbezogenen Verpflichtungen. Sie könnten auch Fragen zur Rückkehr in den Arbeitsmarkt und zur Aktualität der beruflichen Fähigkeiten haben.

  • Traditionell und konservativ: In manchen Branchen oder Unternehmen mit einer traditionelleren Unternehmenskultur kann es leider immer noch Vorurteile gegenüber Eltern, insbesondere Müttern, geben. Die Befürchtung könnte sein, dass sich solche Kandidat*innen nicht vollkommen ihrem Job widmen können.

Häufige Fragen zur Karenz im Lebenslauf

Muss ich die Karenz im Lebenslauf angeben oder kann ich sie weglassen?

Sie sind nicht verpflichtet, in Ihrer Bewerbung Angaben zu Ihrer familiären Situation zu machen. Ob Sie die Karenz in Ihrem Lebenslauf angeben, können Sie demnach frei entscheiden. Jedoch sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass dadurch eine Lücke in Ihrem Lebenslauf entsteht, für die es aus Sicht der Personaler*innen keine Erklärung gibt.


Das Verschweigen der Karenz könnte also Nachteile im Bewerbungsprozess und kritische Rückfragen im Aufnahmegespräch mit sich bringen. Letztlich hängt die Entscheidung, die Karenz im Lebenslauf zu erwähnen oder wegzulassen, von Ihrer persönlichen Situation, der spezifischen Bewerbung und Ihren Einschätzungen hinsichtlich des potenziellen Arbeitgebers ab.

Kann die Karenz als Qualifikation angesehen werden?

Auch wenn die Karenz und die damit verbundene Kindererziehung nicht direkt als klassische Qualifikation zählt, kann sie dennoch zur Entwicklung verschiedener Kompetenzen und Fähigkeiten beitragen, die Sie im Berufsumfeld in die Praxis umsetzen können. Dazu zählen beispielsweise Zeitmanagement, Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Geduld und Stressresistenz.

Wie sollte ich die Karenz in meinem Anschreiben erwähnen?

Grundsätzlich sollte das Bewerbungsschreiben dazu dienen, Ihre Eignung für die Position zu verdeutlichen. Bevor Sie also Ihre Karenz im Anschreiben erwähnen, sollten Sie überlegen, ob es wirklich notwendig ist. Wenn Sie glauben, dass es zur Erklärung einer Lücke in Ihrem Lebenslauf oder zur Hervorhebung bestimmter Fähigkeiten relevant ist, sollten Sie es aufnehmen. Erwähnen Sie Ihre Karenz jedoch nur kurz und prägnant. Dabei sollten Sie betonen, was Sie währenddessen gelernt haben und wie diese Erfahrungen für die angestrebte Position relevant sein können.


Betrachten Sie Ihre Karenz nicht als eine Schwäche oder etwas, wofür Sie sich entschuldigen müssen. Es ist eine persönliche Entscheidung, die viele positive Aspekte und Lernmöglichkeiten mit sich bringt. Verwenden Sie daher auch positive Formulierungen bei der Darstellung Ihrer Karenz.

Wie formuliere ich die Angabe der Karenz im Lebenslauf?

Bei der Angabe der Karenz im Lebenslauf sollten Sie auf Formulierungen wie „Karenz“ oder „Familienphase“ zurückgreifen, statt Begriffe wie „Mutterschaftsurlaub“ oder „Elternpause“ zu verwenden. Damit sorgen Sie dafür, dass Ihre Karenz nicht wie ein Urlaub wahrgenommen wird. Ganz im Gegenteil – Sie haben womöglich einige Herausforderungen gemeistert und zu Ihren Aufgaben zählten Kinderbetreuung, Erziehung und viele weitere Dinge. Dadurch, dass Sie auf Formulierungen wie „Pause“ oder „Urlaub“ verzichten, steht die berufliche Auszeit weniger im Vordergrund.


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